philora

kleine Alltagsphilosophie

Monat: Dezember, 2012

Weihnachten – eine Kurzgeschichte

Meine Glieder sind so schwer, ich mag mich kaum noch rühren. Die Fenster beschlagen, alles um mich herum scheint zu verschwimmen. Interessiert mich auch nicht.
Ist es nicht kalt hier? Ich fröstele leicht, meine Finger beginnen zu zittern. Stoßen wohl gegen das Glas, das einsam vor mir steht; etwas läuft über meine Hände. Ich nehme es kaum wahr.
Zeit zerrinnt zwischen meinen Fingern. Zeit, die es selten gut mit mir gemeint hat.
Zeit zu gehen.
Vorsichtig versuche ich aufzustehen, doch leichter Schwindel erfasst mich und ich ergreife meines Nachbarn Hand, der mit ferner, dumpfklingender Stimme auf mich einredet. Ich verstehe nichts von dem, was er mir sagen will, will nichts mehr hören.
Meine Augen klappen nur noch zu, will nichts mehr sehen. Habe genug von der abendlichen Gesellschaft. Sehne mich… Nach meinem Bett. So weich und verlockend… so weit entfernt.

Heute ist das, was man Weihnachten nennt. Für mich ist es nur ein weiterer Tag im Jahr, ein weiterer Tag ohne Freude, ohne Abwechslung, ohne ein nettes Wort. Der Weg nach hause ist mir wohl bekannt, zum Glück, sonst würde ich mich sicherlich verirren. Die Arme um meinen Körper geschlungen, vor Kälte schlotternd und die Augen gesenkt, gehe ich den vielen Spuren im Schnee nach. Die Straßenlaternen werfen ein warmes orangfarbenes Licht auf den Bürgersteig, doch ich friere immernoch. Das Licht erreicht mich nicht, mein Herz bleibt kalt. Lässt im Gegensatz zu meinem Mantel nichts von der Welt da draußen durch.
Wäre ich nicht so furchtbar müde, würde ich mich wieder fragen, was das Leben für einen Sinn hat. Warum es mich überhaupt noch gibt. So bleibt mir nur der Gedanke an mein Bett… Würde mich jemand fragen, was mir das liebste auf der Welt sei, ich würde ihm antworten: „Mein Bett.“ Aber mich fragt ja keiner.
Als ich die letzte Biegung überwunden habe, überkommt mich wieder dieser seltsame Schwindel. Mit Mühe halte ich mich an der eiskalten Hauswand fest, meine Finger tasten wie im Fieber nach dem Lichtschalter. Ich schließe die Tür auf, gehe den Gang entlang, am Ende die steile Treppe  nach oben. Stufe nach Stufe nach Stufe. Mein Zimmer liegt direkt unter dem Dach.
Schon als ich die Wohnungstür öffne, fällt mir die Veränderung auf. Der Geruch… es duftet nach Zimt, Korriander und süßem Honig. Und so warm… die Heizung habe ich ausgemacht, um Strom zu sparen. Verträumt setze ich einen Fuß über die Schwelle. Und den zweiten. Ich fühle mich wie in einer anderen Welt. So viel Helligkeit… Ein Engel sitzt auf meinem Bett. Verwundert reibe ich mir die Augen. Der Engel ist verschwunden. Das Licht jedoch ist geblieben, hüllt mich in eine  liebkosende Decke ein. Mir ist jetzt so warm, dass ich meinen alten Mantel ausziehe und näher ans Bett trete. „Es stimmt“, flüstere ich, „du bist wirklich mein bester Freund.“
Die weichen Federn empfangen mich mit Freude, sofort weigern sich meine Augenlider, noch weiter offen zu bleiben und mein ganzer Körper sinkt in die Tiefe. Mein Geist mit ihm. Was übrig bleibt, ist ein leichter Duft von Zimt und Korriander. Weihnachten.

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Thanx for the info, liebe Mayas…

Warum für die Mayas das Ende einer Ära auf den 21. Dezember 2012 fallen musste? 3 Möglichkeiten:

1) Sie wussten, dass die Menschen im 21. Jahrhundert total auf einen Weltuntergang abfahren. Dass wir den Wirtschaftsaufschwung, den so eine Ankündigung verursacht, gut gebrauchen können. Und nebenbei wollten die Mayas wahrscheinlich ein bisschen Selbst-PR betreiben – nach 5.128 Jahren droht so ein altes Völkchen doch ein wenig in Vergessenheit zu geraten.

2) Sie wussten, dass etwas Außergewöhnliches passieren würde. Wenn nicht an dem Tag selbst, dann vielleicht als Entwicklung in den darauf folgenden Jahren. Und auch ich glaube fest daran, dass in den nächsten 5.128 Jahren ein neues Zeitalter anbrechen wird. Und hey, vielleicht wird’s ja sogar eine positive Änderung! Daran schonmal gedacht, ihr Pessimisten?

3) Sie wussten, dass nur etwas passieren würde, wenn sie die Menschen in Panik versetzen. Wenn man sich die ganzen Hamsterkäufe und Bunkerbauten so ansieht, frage ich mich allerdings sehr, ob diese Panik zu etwas Gutem führt. Außer dass es 9 Monate später einen Babyboom geben wird, einige Leute pleite sind und wieder andere einen netten Gewinn aus der Sache geschlagen haben?

Also bitte, fürchtet euch vor der Zombie-Invasion oder dem irdischen Fegefeuer – die Mayas werden sich schon etwas dabei gedacht haben. So wie die Medien, die uns überhaupt erst davon erzählt haben.

Sunset

Weekly Photo Challenge: Changing Seasons

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I took these photos some weeks ago, on the day of the first snowfall this winter. Autumn is still there and the colour-explosion of the leaves fights the white cold. The little deck-chair looks lost now. But it will only hibernate a few months until spring recovers.

As I am not a fan of extremes, I prefer autumn and spring to winter or summer. My perfect weather is not suitable for bathing nor skiing. It’s the in-between-seasons I love.

Ode an die Freundschaft

Freundschaft trumpft Liebe, trumpft Familie.

Was nützt mir ein Partner, der mir nicht vertraut? Der nicht ehrlich zu mir sein kann, weil seine Liebe zu groß ist? Wahre Liebe sollte Freundschaft voraussetzen. Dieser Meinung war ich schon immer. Auch wenn es unromantisch klingt: Ich glaube nicht an Liebe auf den ersten Blick. Was man auf den ersten Blick so verspüren kann, wird nur zu oft mit Liebe verwechselt.

Und nicht nur für die Liebe gilt dieses Prinzip. Familie gilt auch erst durch Freundschaft. So modern sollten wir heute sein – ohne Freundschaft ist Familie im besten Falle nur noch Verpflichtung.

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Über die Sprache

„Du schreibst ja auf Englisch!“ Oh. Das stimmt, meine letzten Beiträge sind englisch gewesen. Die davor allerdings komplett auf deutsch geschrieben. Ich fürchte, ich muss mich entscheiden – oder? 

Ich liebe Sprachen. Mit 16 war ich drei Monate in Frankreich, mit 20 ein halbes Jahr in Irland. Jetzt lerne ich noch Spanisch. Zusammen mit den Italienisch- und Lateinbrocken in meinem Hirn wird das langsam zu einer echten Konzentrationsaufgabe. Die Sprachen verschwimmen ineinander. Was kann ich also tun? Wahrscheinlich hilft bewusstes Reflektieren und vor allem Übung. 

Um hier nicht die wenigen Leser zu vergraulen, die sich überhaupt für meine Themen interessieren, muss ich mir wohl eine Lösung ausdenken. Kann ich weiterhin englische und deutsche Artikel schreiben? Auch wenn es wahrscheinlich taktisch unklug ist, möchte ich eigentlich nicht darauf verzichten. 

Sprache soll doch dazu dienen, Kommunikation zu vereinfachen, und möglichst viele Menschen zu erreichen. Im Internet gibt es aber keine sprachlichen Grenzen. Ich schreibe hier auf einer internationalen Domain (.com), doch die meisten meiner Leser sind Deutsche. 

– Ich befinde mich sozusagen mit einer kleinen Touristengruppe irgendwo im Ausland und muss mich entscheiden, ob ich meine Erzählungen auch die umstehenden Bewohner erreichen sollen.

Und so kann ich zum Schluss nur dazu aufrufen, sich bei mir nicht durch die Sprache entmutigen zu lassen. Ich schreibe immer in der Sprache, in der ich gerade denke und bei manchen Themen (wie der weekly photo challenge) ist das eben englisch. 

Thank you for reading und hoffentlich Au revoir. (statt des Fotos gibts heute mal ein passendes gif von mir – mein embarassdance!)

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