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kleine Alltagsphilosophie

Kategorie: Journalism

Aufklärendes Lesen statt Zensur

Zensur oder Jugendschutz? Der „Negerkönig“ bei Pippi Langstrumpf wird zum „Südseeherrscher“ und die „Negerlein“ im Kinderbuch „die kleine Hexe“ werden zu „Messerwerfern“.

Die Befürworter der Umschreibung verweisen auf die besonderen Umstände von Kinderbüchern, bei denen andere Maßstäbe gelten müssten. Wie soll einem schwarzen Kind das Wort „Neger“ erklärt werden, ohne seine Gefühle zu verletzen? Mit der Zeit sei aber die Einsicht gewachsen, dass die Authentizität des Werks der sprachlichen Weiterentwicklung untergeordnet werden muss, sagte der Chef des Thienemann-Verlags Klaus Willberg.

Die Kritiker berufen sich ihrerseits auf das Grundgesetz, in dem Zensur untersagt ist. Die politische Korrektheit sei unangebracht und lächerlich, hört man von mehreren Seiten.

Ich kann die Diskussion um die „bösen Wörter“ zwar verstehen, plädiere aber für ehrliche Auseinandersetzung statt heimlicher Umformulierung. Verschweigen ist nur dann eine Lösung, wenn man für sich selbst keine Erklärung finden kann.

In meiner Kindheit habe ich viele Bücher gelesen, in denen fremde Begriffe auftauchten – meistens habe ich nachgefragt und meistens bekam ich eine befriedigende Antwort. „Das hat man früher so gesagt, aber heute ist das eine Beleidigung.“ Wäre das keine Möglichkeit, die befremdenden Ausdrücke  zu erklären? Ich würde eine solche Vorlese-Situation dazu nutzen, um meinen Kindern die Entwicklung von Sprache zu erklären. Aufklärendes Lesen statt Zensur.

Die Debatte im Netz:
Die Welt
Spiegel Online
Oetinger Verlag

Thanx for the info, liebe Mayas…

Warum für die Mayas das Ende einer Ära auf den 21. Dezember 2012 fallen musste? 3 Möglichkeiten:

1) Sie wussten, dass die Menschen im 21. Jahrhundert total auf einen Weltuntergang abfahren. Dass wir den Wirtschaftsaufschwung, den so eine Ankündigung verursacht, gut gebrauchen können. Und nebenbei wollten die Mayas wahrscheinlich ein bisschen Selbst-PR betreiben – nach 5.128 Jahren droht so ein altes Völkchen doch ein wenig in Vergessenheit zu geraten.

2) Sie wussten, dass etwas Außergewöhnliches passieren würde. Wenn nicht an dem Tag selbst, dann vielleicht als Entwicklung in den darauf folgenden Jahren. Und auch ich glaube fest daran, dass in den nächsten 5.128 Jahren ein neues Zeitalter anbrechen wird. Und hey, vielleicht wird’s ja sogar eine positive Änderung! Daran schonmal gedacht, ihr Pessimisten?

3) Sie wussten, dass nur etwas passieren würde, wenn sie die Menschen in Panik versetzen. Wenn man sich die ganzen Hamsterkäufe und Bunkerbauten so ansieht, frage ich mich allerdings sehr, ob diese Panik zu etwas Gutem führt. Außer dass es 9 Monate später einen Babyboom geben wird, einige Leute pleite sind und wieder andere einen netten Gewinn aus der Sache geschlagen haben?

Also bitte, fürchtet euch vor der Zombie-Invasion oder dem irdischen Fegefeuer – die Mayas werden sich schon etwas dabei gedacht haben. So wie die Medien, die uns überhaupt erst davon erzählt haben.

Sunset